Das Sacrum- Mehr als nur ein schiefer Schweif?

Das Kreuzdarmbeingelenk oder auch Sacrum bilden den Übergang zwischen der Lenden- und der Schwanzwirbelsäule. Eine schiefe Schweifhaltung ist folglich auch das erste Indiz auf eine Läsion.

Doch wirkt sich eine Fehlstellung als einziges auf den Schweif aus?

Die schiefe Schweifhaltung dient viel mehr dem Pferdehalter als Indiz dafür, dass etwas mit dem Sacrum nicht stimmen kann, als dass es die einzige Beeinflussung des Kreuzdarmbeingelenks wäre.

Eine abnormale Haltung bedeutet aber nicht zwangsläufig ein Problem im Bereich des Kreuzdarmbeins.

Es können auch Schwanzwirbel verschoben sein, wodurch sich auch sehr gerne ein leichter Knick bildet.

Hat man aber einen Araber oder Arabermix gibt einem der Schweif selbst leider kaum Aufschluss über das Kreuzdarmbeingelenk, da dieses bei dieser Rasse so gut wie immer nicht hundertprozentig gerade "herabbaumelt".

Am leichtesten lässt sich der Einfluss des Sacrums auf den Pferdekörper beschreiben, wenn man sich seine Anatomie ansieht.

Wie man auf der obigen Abbildung recht schön erkennt besteht das Sacrum aus fünf mehr oder weniger verwachsenen Wirbeln und zwei "Flügeln". Eingefasst wird das Kreuzdarmbeingelenk von den zwei Tuber Sacralen des Beckens.

Meine persönliche Assoziation mit dem Sacrum und vermutlich auch eine recht passende ist eine Hängebrücke, welche stark gespannt zwischen zwei Felsmauern (in unserem Fall den Beckenknochen) liegt.

Ähnlich wie eine Hängebrücke bewegt sich auch das Kreuzdarmbeingelenk mit, wenn es auf der einen Seite angehoben wird. Hebt ein Pferd also z.B. das rechte Bein an, wird das Sacrum ebenfalls auf der rechten Seite angehoben.

Daraus erkennt man sehr schön, dass das Sacrum durch seine zwei Flügel die Energie der Hinterhand auf die Wirbelsäule und somit auch indirekt auf die Vorhand. überträgt Für uns Reiter wird das  am besten durch ein leichtes hin und her bewegen des Thorax des Pferdes ersichtlich.

Nehmen wir nun also einmal an, dass das Gelenk nun aber auf der rechten Seite abgesenkt ist.

Dies hat gleich mehrere Folgen für die Vorwärts- und Beckenbewegung. Zum einen "blockiert" es nun schon früher bzw. schränkt früh die Aufwärtsbewegung des Beckens auf der rechten Seite ein und zum anderen wird es dann auf der linken Seite von der gleichen Bewegung fast nicht berührt.

Folglich kommt es zu viel kleineren "Schwingungen der Wirbelsäule, wenn das linke Bein angehoben wird und das Becken auf der rechten Seite kann auf Dauer nicht mehr genauso hoch gehoben werden wie die linke Seite.

Auf Dauer betrachtet wird sich das Becken also auch verschieben.

Natürlich ist die Wirbelsäule selbst auch von einer derartigen Verschiebung betroffen. Durch die Rotation können sich die Schweifwirbel nicht mehr nahtlos an das Sacrum angliedern, sondern müssen sich selbst leicht rotieren, um dieser Bewegung entgegenzusteuern. Dadurch entsteht dann auch die Fehlhaltung im Schweif. Doch auch das Schweifpendel selbst wird eingeschränkt, da durch die "Verschiebung" der Wirbelsäule die Anatomie da Pendeln auf der einen Seite fast nicht mehr zu lässt bzw. Das Schweifpendel sogar vollkommen ausbleibt.

Man sieht also, dass das Sacrum zusammen mit dem Becken in gewisser Weise das "Herzstück" der Hinterhandaktivität darstellt und sowohl das Becken das Kreuzdarmbeingelenk als auch umgekehrt beeinflussen kann.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    MascaraGitarra (Montag, 14 Oktober 2019 10:03)

    Wie kann ich den diesen "Schweifberech" stärken und unterstützen. Welche Übungen gibt es für Lockerung des Bereiches und was schadet enorm solch einer Stelle. Ansonsten guter Beitrag

    LG aus Brandenburg